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Sicheres Vanlife mit Kindern - Kindersitze

In einem anderen Blogartikel (siehe hier) habe ich ja schon über nachträglich montierte Sitzplätze in Vans und Wohnmobilen geschrieben.

Heute möchte ich einen kleinen Schritt weiter gehen und das Thema Kindersitze beleuchten. Damit möglichst viele von euch auch bis ganz zum Ende lesen, versuche ich mich etwas kürzer zu fassen.

An dieser Stelle ein besonderer Dank an die Zwergperten von https://www.zwergperten-shop.de/, die mich toll bei der Entstehung dieser Geschichte unterstützt haben.

Zunächst ein genereller Aspekt, der mir sehr am Herzen liegt und doch in der Realität viel zu oft vernachlässigt wird:

Lasst eure Kinder so lange wie möglich rückwärtsfahren! Mir ist durchaus bewusst, dass es einige Kinder gibt, die schon  früh aus unterschiedlichen Gründen absolut keine Lust darauf haben mit dem Rücken zur Welt durch die Gegend kutschiert zu werden. Tatsächlich kommt das weitaus seltener vor als ihr vielleicht denkt, denn seit der Babyschale kennen es eure Kids gar nicht anders. Aber euch als Eltern sollte daran gelegen sein, so lange wie möglich darauf zu bestehen. Und wenn wir mal ehrlich sind, an einer idyllischen Panoramastraße können wir uns sicherlich ein Bein ausfreuen, unsere Kinder haben da einen anderen Sinn für Schönheit und können durchaus mit anderen Dingen für eine Autofahrt begeistert werden. Die passende Unterhaltung dazu gibt es natürlich (nicht nur ;-) ) bei den Zwergperten.

Aber warum ist denn das Rückwärtsfahren nun so wichtig?

Die mit Abstand meisten Unfälle passieren frontal (über 71 %). Rückwärtsgerichtete Kindersitze reduzieren die Gefahr schwerer Verletzungen um ca. 90%, vorwärts gerichtete Systeme lediglich um ca. 60%.

Bis die Gurte der vorwärts gerichteten Sitze im Falle eines Crashes wirken, können sich schon enorme Kräfte aufgebaut haben. Bei Reboardern entstehen die gar nicht erst, weil der Kopf sicher in der Schale gehalten wird und so die empfindliche Nackenstruktur entscheidend entlastet wird.

Daher  gilt: Am besten bis zum 3. Geburtstag rückwärts!

 

Und wo ist jetzt der Unterschied zwischen Kindersitzen für PKW’s und Wohnmobile?

Was die Sicherheit angeht, gibt es keine. Allerdings sieht es in der Realität etwas anders aus:

Während der PKW fast ausschließlich für kurze Fahrten genutzt wird (zur Kita, einkaufen, zu Freunden…), sitzen unsere Kits in unseren Vans durchschnittlich sehr viel länger. Der Fokus sollte also darauf liegen, dass auch lange Fahrten möglichst bequem sind und Körperwärme idealerweise möglichst gut abgeleitet werden kann.

Außer dem Nutzungsverhalten, gilt es in Wohnmobilen allerdings auch mit technischen Herausforderungen umzugehen:

1.       Während ISO-Fix-Aufnahmen aus PKW‘s heute nicht mehr wegzudenken sind, gibt es im Womo-Bereich auch heute noch kaum Nachrüstlösungen. Bei Neufahrzeugen sieht es kaum besser aus. Es ist zwar nicht so, dass ISO-FIX grundsätzlich sicherer ist als eine herkömmliche 3-Punkt-Gurt-Befestigung. Das Problem: Die Kindersitzhersteller wiederum orientieren sich ausschließlich am weitaus größeren PKW-Markt und so ist die Auswahl an Kindersitzen ohne ISO-FIX (bzw. mit der Montagemöglichkeit ohne ISO-FIX) in den letzten Jahren rapide zurückgegangen.

2.       Die Sitze und Sitzbänke sind in Womos komplett anders designed. Gewöhnlicher Weise sind Fahrersitze und Sitzbänke deutlich höher, der Neigungswinkel ist oft steiler, im Wohnbereich ist vielleicht noch eine Tischplatte im Weg. Da gilt es dann an euren Fahrzeugen direkt auszuprobieren was passt.

3.       Viele Reboarder werden mit Spanngurten befestigt. Überprüft bitte, ob es bei euch eine Möglichkeit gibt diese zu befestigen bzw. ob ihr eine sichere Befestigungsmöglichkeit schaffen könnt.

4.       Einige Kindersitze benötigen eine Abstützung nach vorne. Sollte sich im Boden darunter ein Tank oder ein Doppelboden befinden, müsst ihr unbedingt sicherstellen, dass er auch bei hohen punktuellen Belastungen stabil genug ist. Außerdem ist die Beifahrerbank bei Transportern in der Regel deutlich höher als in PKW‘s. Messt lieber aus, ob die Stütze des Sitzes lang genug ist und entscheidet euch lieber für ein anderes Modell als eine fragwürdige Verlängerung zu basteln!

 

Bevor ich zu den empfohlenen Sitzen komme, möchte ich euch noch zwei wirklich sinnvolle Zubehörteile vorstellen

 

Gegen einschlafende Beine in großen, vorwärtsgerichteten Folgesitzen ab 4 Jahren hilft der "Kneeguard". Er ist universell einsetzbar, leicht zu montieren und zum Beispiel im Zwergperten-Shop oder bei Amazon erhältlich

https://amzn.to/2NRhcaR


https://www.zwergperten-shop.de/kneeguard-kids-3-autositz-fussstuetze.html

 

 

 

 

Gerade im Sommer oder in südlicheren Reisezielen haben sich seit Jahren die Anti-Schwitz-Einlagen von Aeromoov bewährt. Durch eine 3D-Wabenstruktur kann um das Kind herum Luft zirkulieren und dem Schwitzen wird entgegen gewirkt. Bei den Einlagen handelt es sich um Universalteile, die fast in alle Sitze gut passen. Es gibt sie in den verschiedenen Sitzgrößen (und für den Kinderwagen).

Hier bei Amazon

Aber hier nun endlich eine kleine Auswahl an Kindersitzen für Vans, Camper und Wohnmobile, die prinzipiell in Frage kommen:

Axkid Minikid 2.0

  • 0-25kg
  • empfohlen ab Sitzalter und mindestens 75 cm Körpergröße
  • passt sehr lange
  • ausschließlich rückwärtsfahrend zu verwenden
  • Montage ausschließlich mit Dreipunktgurt und den zwei mitgelieferten Spanngurten zu befestigen,
  • kann platzsparend mit wenig Beinfreiheit oder raumgreifender mit viel Beinfreiheit eingebaut werden
  • Ruheposition beim Einbau einstellbar, sehr gut nachjustierbar dank der selbstaufrollenden Spanngurte
  • schwedischer Plus-Test bestanden, baugleicher Sitz vom ADAC als "rückwärts sehr sicher" beurteilt.
  • Absoluter Pluspunkt: Sehr einfache Montage durch die selbstaufrollenden Gurte!

 
Axkid Move

  • 9-25kg
  • empfohlen ab 9kg und 75cm
  • ausschließlich rückwärtsfahrend zu verwenden
  • Befestigung mit Dreipunktgurt und den zwei mitgelieferten Spanngurten
  • Ruheposition beim Einbau einstellbar, gut nachjustierbar dank der Spanngurte
  • nicht ganz so lange nutzbar wie Minikid

 

Britax Römer Max-Way Plus:

  • 9-25kg
  • nutzbar ab 9kg und ca. 75cm
  • ausschließlich rückwärtsfahrend zu verwenden
  • Befestigung mit dem Dreipunktgurt ODER Beckengurt und den zwei mitgelieferten Spanngurten
  • Ruheposition beim Einbau einstellbar
  • zusätzlicher SICT-Seitenaufprallschutz
  • Sitzverkleinerer erhältlich
  • Verwendbar mit 2-Punkt-Gurten (Beckengurte)

 

 

Britax Römer Max-Way

  • 9-25kg,
  • nutzbar ab 9kg und ca. 75cm
  • ausschließlich rückwärtsfahrend zu verwenden
  • Befestigung mit Dreipunktgurt ODER Beckengurt sowie den zwei mitgelieferten Spanngurten
  • Ruheposition beim Einbau einstellbar, gut nachjustierbar dank der Spanngurte schwedischer Plus-Test bestanden, guter ADAC-Test
  • Verwendbar mit 2-Punkt-Gurten (Beckengurte)

 

 BeSafe iZi Plus X1

  • 0-25kg
  • nutzbar ab ca. sechs Monaten mit extra erhältlichem Babykeil bzw. ab ca. acht Monaten mit mitgeliefertem verbesserten Sitzverkleinerer
  • ausschließlich rückwärtsfahrend zu verwenden
  • Befestigung nur mit 3-Punkt-Gurt und mitgelieferten Spanngurten
  • sehr viel Platzbedarf im Auto dafür viel Beinfreiheit und sehr gute Ruheposition
  • mehrere Ruhepositionen einstellbar nach dem Einbau, gut nachjustierbar dank der Spanngurte
  • bestandener schwedischer Plus-Test
  • Der Komfortabelste unter den gegurteten Reboardern


 Britax Römer First Class Plus

  • 0-18kg
  • nutzbar ab 9kg und ca. 75cm rückwärtsgerichtet und ab ca. 13 kg auch vorwärts
  • vorwärts und rückwärts verwendbar (je nach Alter)
  • Befestigung nur mit 3-Punkt-Gurt
  • sehr viel Platzbedarf im Auto
  • mehrere Ruhepositionen einstellbar nach dem Einbau
    Neugeborenen Einsatz für mehr Komfort
  • Neugeborenen Einsatz für mehr Komfort
  • ohne zusätzliche Befestigung wie Spanngurte oder Stützfuß


Joie Verso

  • 0-36kg , gut nutzbar ab ca. 6-8 Monate bis 7-8 Jahre
  • wird rückwärts schnell und einfach angeschnallt mit dem Dreipunktgurt (bis ca. 18 kg)
  • ohne zusätzliche Befestigung wie Spanngurte oder Stützfuß
  • vorwärts werden Kind und Sitz mit dem Autogurt angeschnallt ab 15kg
  • Isofix vorwärts zusätzlich möglich aber nicht nötig

 

 
Nachfolger HY5 TT 2020

  • rückwärtsgerichtet von 0-18kg
  • Befestigung mit Top Tether (optional) und mit Dreipunktgurt
  • unkomplizierter Einbau ins Fahrzeug
  • individuell höhenverstellbare Kopfstütze
  • zwei Gurtpositionen für kleine und große Kinder;
  • gute Luftzirkulation für angenehmes Sitzklima
  • ultraleichtes Gewicht von nur 4,6 kg
  • Verwendbar mit 2-Punkt-Gurten (Beckengurte)
  • Mit dem Travel Kit+ auch im Flugzeug verwendbar!

 

Noch mehr Informationen und eine tolle Beratung bekommt bei den Zwergperten:

https://www.zwergperten-shop.de/

 

 

Unabhängige Tests findet ihr auch hier:

https://www.adac.de/infotestrat/tests/kindersicherung/kindersitz-test/default.aspx

 

https://www.test.de/Autokindersitze-im-Test-1806826-0/

 

Im Sinne der Transparenz: Ich habe mich für diesen Artikel vom Zwergperten-Shop beraten lassen. Ich bekomme keine Provision, keine Vergünstigungen und es besteht auch keine Affiliate Marketing Partnerschaft.

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Kommentare: 1
  • #1

    nachfolger mobility (Mittwoch, 08 Mai 2024 16:36)

    Hi,
    Der nachfolger HyFive oder HY5 WORLD ist in Campern ganz besonders gut geeignet, weil der auch ohne TT genutzt werden kann und bei Bedarf ganz klein gefaltet und verstaut werden kann. Der Sitz hat ezudem eine reine Beckengurtzulassung und kann im Flugzeug verwendet werden. UNIVERSELLER geht es wohl kaum.
    Euer nachfolger mobility service.